Futuristische Architektur in der ehemaligen Sowjetunion

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Vor einiger Zeit habe ich Euch ausführlich das Buch Cosmic Communist Construction photographed von Frederic Chaubin vorgestellt. Da mich das Thema futuristische Architektur sehr interessiert, habe ich mich ein wenig umgesehen und weitere interessante Bücher zum Thema gefunden. Diese möchte ich nun kurz vorstellen.

 

 

 


Aus dem Verlag Roma Publications ist mir das Buch Spomenik von Jan Kempenaers aufgefallen. Es befasst sich mit verlassenen Monumenten aus dem früheren Jugoslawien. Der Autor unternahm zahlreiche Reisen durch den Balkan, um die seltsame Schönheit dieser Bauten einzufangen. Kempenaers ist rein künstlerisch an das Thema herangegangen. Man findet keinerlei Informationen zu den Bauwerken, was ich persönlich etwas schade finde.

 

 


Sehr informativ fand ich das Buch von Jörn Börner aus dem DOM Publishers Verlag: Zwischen Stalin und Glasnost. Sowjetische Architektur 1960 bis 1990. Auf 300 Seiten wird detailliert, mit hunderten Fotos, zahlreichen Grundrissen und Schnitten auf die Besonderheiten der Bauten der mittelosteuropäischen Moderne eingegangen. Spannend und mit den Hintergrundinformationen, die den anderen Publikationen fehlen.

 

 


In der Publikation Roman Bezjak: Socialist Modernism aus dem Hatje Cantz Verlag zeigt der Autor Roman Bezjak einen unvoreingenommenen Blick auf die Architektur im Kommunismus. Was hier aber wieder fehlt, sind Angaben zum Baujahr, den Architekten und die Adresse. Lediglich die Stadt und die letzte Nutzung werden genannt.

 

 


In dem Buch Ulrich Müther. Schalenbauten in Mecklenburg-Vorpommern dreht sich alles um die wegweisenden Schalenbauten aus Beton des ostdeutschen Ingenieurs. Es vermittelt einen fundierten Einblick in die Entstehungszeit der Konstruktionen der Sechziger- und Siebzigerjahre. Hier sind erstmals sämtliche Bauten in Mecklenburg-Vorpommern beschrieben.

 

 


Der Ausstellungskatalog Heinz Isler Schalen: Katalog zur Ausstellung geht auf die zahlreichen Experimente des Bauingenieurs ein, die dieser durchführte, um seine tausendfältigen Schalen mit einem Minimum an Material und Volumen bauen zu können. Interessanter Ausstellungskatalog mit Einblick in das Schaffen eines aussergewöhnlichen Ingenieurs.

 

 

 Fazit

Diese Publikationen lassen einen eine verfallende, fast vergessene Welt erleben, in der zwischen den 1960er Jahren und dem Ende des Kommunismus eine neue Ästhetik abseits westlicher Vorbilder geschaffen wurde. Man kann nur hoffen, dass die besondere Qualität dieser Architektur schnell auch in den ehemaligen GUS Staaten erkannt wird, sonst ist es für viele der gezeigten Bauten schon bald zu spät.

 

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