Rathaus Offenbach Detail

Das Rathaus Offenbach – ein spannender Bau des Brutalismus in Hessen

Nach dem Krieg waren die Ämter der Stadt Offenbach auf 20 Gebäude verteilt. 1961/62 rief die Stadtverwaltung einen Architekturwettbewerb aus, welche die Architektengemeinschaft Maier, Graf, Speidel und Schanty (Stuttgart/Frankfurt) für sich entscheiden konnte. Das Rathaus von Offenbach wurde zwischen 1968-71 errichtet und am 10. Juli 1971 offiziell eingeweiht. Seit 2006 steht das Ensemble unter Denkmalschutz.

Baubeschreibung

Der Stahlskelettbau besteht aus zwei übereinander liegenden Baukörpern mit unterschiedlicher Grundform und bietet ca. 12.000 Quadratmeter Nutzfläche. Der unten liegende, rechteckige, zwei- bis dreigeschossige Flachbau steht auf einer Tiefgarage. Darüber erhebt sich ein übereck gestelltes, 15-stöckiges Hochhaus auf dreieckiger Grundform, welches von schlanken Pfeilern getragen wird.

In der Formgebung spiegeln sich die demokratischen Prinzipien wieder: Parlament und Fraktionen residieren in der Basis des Gebäudes und sind von allen vier Seiten zugänglich. Das Gebäude bildet den Mittelpunkt der Stadt.

Im Flachbau befinden sich die Sitzungssäle, das Standesamt und andere häufig besuchte Ämter, sowie die Räumlichkeiten des Oberbürgermeisters. Die Wände der Innenräume sind in Sichtbeton ausgeführt und durch farbige geometrische Malerei gestaltet.
Der ursprüngliche Plan hat aufgrund von finanziellen Engpässen einige Änderungen erfahren. So wurde zum einen der Basisbau stark vereinfacht und die Erweiterungsfläche halbiert, zum anderen verzichtete man auf eine Klimaanlage.

2000 wurde das Bürgerbüro an die Ostseite des Flachbaus angebaut. Die 2003 beschlossene Sanierung des gesamten Bauwerks wurde 2016 abgeschlossen.

Galerie

Literatur

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Ich bin Webdesigner und -developer, Hobbyfotograf und Kunsthistoriker mit einer Leidenschaft für Architektur- und Portraitfotografie. Die Fotoleidenschaft begann im Alter von 10 Jahren mit einer Canon FTP, die mich über 20 Jahre und einige 10.000 Fotos ohne Probleme begleitet hat. Seit dem Umstieg auf die Digitalfotografie bin ich nun ins Nikonlager gewechselt und habe diese Entscheidung nie bereut.

One comment

  • Sigrid Powell sagt:

    Hallo Herr Reisser, mein Name ist Sigrid Powell und ich komme aus Freigericht. Beim Besuch meiner Eltern am gestrigen Tag berichtete mir mein Vater Herbert Liebmann(82) über sein wohl herausfordernstes Projekt in seiner beruflichen Laufbahn. Ich war schwer beeindruckt und bin nun auf Grund dessen heute morgen auf dieser Seite gelandet. Mein Vater war damals für die Einschalarbeiten am oben gezeigten Bau, dem Offenbacher Rathaus verantwortlich. Er hat sogar noch original Fotos aus der damaligen Bauphase, die er uns gezeigt hat. Durch seine eindrucksvollen Darstellungen am gestrigen Tag bin ich auf die Idee gekommen Ihnen zu schreiben und zu berichten, wie stolz er immer noch auf „sein“ damaliges Werk ist und wie stolz wir alle auf ihn sind was er da geschaffen hat.

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