Brutalism: Post-War British Architecture (update!)

Nach der Architekturkonferenz zu brutalistischen Bauten in den ehemaligen sowjetischen Teilrepubliken im November 2012 in Berlin sind die Probleme mit diesem Baustil wieder etwas stärker in den Fokus gerückt. Während einige herausragende Beispiele dieses Baustils mittlerweile zu Wahrzeichen ihrer Standorte geworden sind – man denke nur einmal an das Rathaus in Boston, oder die BMW-Zentrale in München – steht vielen bemerkenswerten Gebäuden der Abriß bevor. Prominente Vertreter sind aktuell der großartige Busbahnhof von Preston, der Wohnkomplex von Robin Hood Gardens in London (Abriss hat bereits begonnen) oder die Zentralbibliothek von Birmingham. Gerade in England, der Geburtsstätte des New Brutalism,  warten momentan zahlreiche Vertreter des Brutalismus auf ihre Zerstörung. Oft findet dieses Vorgehen keine breite Unterstützung in der betroffenen Bevölkerung, im Fall von Preston stösst es sogar auf deutlichen Widerstand.

 Das Buch

Der Autor Alexander Clement zeichnet am Beispiel Englands die Entwicklung der Architektur des Brutalismus nach, von den Vorbilder Le Corbusier, Walter Gropius und anderen über die Herausbildung von Eigenheiten des Neuen Stils auf der Insel bis zur Ablösung des Stils durch andere Strömungen Ende der 1970er Jahre. Er hat die Bauwerke nach ihrer Nutzung geordnet: öffentliche Bauten, Bildungsbauten, Geschäftshäuser, Freizeit- und Kulturbauten, Sozialbauten und Privathäuser sowie Sakralarchitektur.

Die Entscheidung, sich den Gebäuden über deren Nutzung zu nähern ist auf den ersten Blick sicherlich eine sinnvolle Strukturierung, jedoch bleibt dadurch eine ablesbare Entwicklungsgeschichte des Brutalismus und seiner verschiedenen Strömungen auf der Strecke.

Obwohl das Buch erst 2011 in der ersten Auflage erschienen ist, geht mir die kritische Auseinandersetzung mit dem Stil angesichts der dramatischen Lage vieler seiner Bauten nicht weit genug. Hier hätte man die Alleinstellungsmerkmale dieser Architektur deutlicher herausarbeiten können und zu einer konkreteren Formulierung dieses einzigartigen Baustils finden können. Die bisherigen, schwammigen Definitionen des Begriffs Brutalismus erschweren die Bewertung und korrekte Einordnung in die allgemeine Architekturgeschichte seiner  Bauwerke und die Diskussion um die Erhaltungswürdigkeit seiner Bauwerke.

Wer sich jedoch einen schnellen Überblick über die wichtigsten Vertreter der brutalistischen Architektur auf der Insel verschaffen will, sollte trotzdem zugreifen.

 

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Ich bin SEO-Experte, Webdesigner/Developer und Hobbyfotograf mit einer Leidenschaft für Architektur- und Portraitfotografie. Ursprünglich habe ich Kunstgeschichte, mittelalterliche Geschichte und Byzantinistik studiert und anschließend mein Architekturwissen in Bauforschung und Denkmalpflege erweitert. Die Fotoleidenschaft begann bereits im Alter von 10 Jahren mit einer Canon FTP, die mich über 20 Jahre und einige 10.000 Fotos ohne Probleme begleitet hat. Seit dem Umstieg auf die Digitalfotografie bin ich nun ins Nikonlager gewechselt und habe diese Entscheidung nie bereut.

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