DIY Bounce-Wall – Super einfach für wenig Geld selbst bauen!

Auf der Photokina hatte ich Gelegenheit mir die neue Bounce-Wall von sunbounce etwas genauer anzuschauen. Das Konzept hat mich schnell überzeugt, nicht jedoch der Preis von rund 98 EUR und über 25,- EUR je zusätzliche Blitzkarte – im Grunde ein rechteckiger Pappkarton mit Aufdruck.

Da ich die Bounce-Wall bereits in derselben Woche bei einer privaten Feier ausprobieren wollte, habe ich mir überlegt, das Konzept mit einem Eigenbau umzusetzen. Das ganze Material hat mich um die 5 EUR gekostet.

Werkzeug und Material

  • Metallbohrer der Stärke 4
  • Metallsäge
  • grobes Sandpapier
  • Lineal und Stift
  • ein Aluleiste (100cm x 2,5cm x 0,2cm)
  • 4 Flügelmuttern (40×4)
  • 4 Flachkopfschrauben (40×4)
  • 1 Stativschraube
  • 3 Gummibeilagscheiben

Profil zurechtsägen und biegen

Zuerst muss die Aluleiste in folgende Teile zersägt werden: 34 cm, 30cm und 6cm. Anschließend zeichnet man die Stelle für das Loch der Stativschraube an und misst den Abstand des Stativgewindes bis zur Seite der eigenen Kamera. Ich habe dann gute 10cm zugegeben und bin bei 18cm gelandet. Hier muss das längste Teilstück nun um ca. 80° gebogen werden. Das funktioniert am besten über einer Tischkante. Hierzu die Leiste nah an der gewünschten Biegestelle anfassen und erst höchstens 45° biegen. Dann die Leiste nur ein klein wenig auf der Kante nach unten verschieben und weiter biegen. Zuletzt zur anderen Seite der Biegestelle rutschen und die restliche Biegung ausführen. So bekommen wir eine schöne gleichmäßige Biegung zustande.

Das kürzere Teilstück habe ich auf dieselbe Weise bei 16cm gebogen. Anschließend habe ich das vorher eingezeichnete Loch für die Stativschraube und ein weiteres Loch durch die zwei Teilstücke gebohrt, nachdem ich diese 4cm überlappend hingelegt habe. Welche Seiten man hierfür übereinander legen muss, sieht man am besten auf der Gesamtaufnahme des fertigen Bouncers.

Das kürzeste Teilstück habe ich bei ca. 1 cm im 90° Winkel gebogen und ein Loch auf der kurzen Seite und zwei auf der langen Seite gebohrt. Anschließend habe ich einen weißen, glänzend beschichteten Karton ausgeschnitten und ihn mit zwei Schrauben und zwei Flügelmuttern an der kleinen Aluleiste befestigt. Man kann auch mit Silber- oder Goldfolie beschichtete oder mit Acryllack bemalte Kartons verwenden, um entsprechende Lichtstimmungen zu erzeugen.

Die kleine Leiste habe ich mit Schraube und Flügelmutter an dem mittleren Teilstück, mit einer Gummibeilagscheibe dazwischen, festgeschraubt. So kann man das ganze im Anschluß leicht bewegen, ohne jedesmal die Schraube lösen und wieder anziehen zu müssen.

Dasselbe habe ich bei der Verbindung der zwei langen Teilstücke gemacht. Zuletzt schraube ich noch die Stativgewindeschraube zusammen mit einer Gummibeilagscheibe  ein. Man kann jetzt noch etwas Moosgummi aufkleben, um den Kamerabody zu schützen. Ich habe mir das jedoch gespart, da ich gerade keinen mehr im Haus hatte.

 

Ergebnis

Wenn alles zusammengebaut ist, sollte Eure DIY Bounce-Wall ungefähr so aussehen. Jetzt das Ganze nur noch an die Kamera schrauben, den Systemblitz aufstecken und genau auf die reflektierende Pappe ausrichten. Diese soll im 45° Winkel in Richtung Motiv weisen. Nun kann man diffuses  Blitzlicht seitlich versetzt und leicht von oberhalb auf das Motiv lenken. Der DIY Bouncer kann schnell zerlegt werden und passt zumindest bei mir vollständig in den Kamera Rucksack.

Ich habe für die folgende Aufnahme den Blitz auf TTL gestellt und um eine ganze Blendenstufe heruntergeregelt. Nun messe ich die Belichtung auf den Hintergrund und bekomme ein schön ausgeleuchtetes Ergebnis, welches weiche Schatten, schöne Reflexe in den Augen und die natürliche Lichtstimmung des Raums aufweist.

Viel Spaß beim Nachbau!

 

 

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Ich bin Webdesigner und -developer, Hobbyfotograf und Kunsthistoriker mit einer Leidenschaft für Architektur- und Portraitfotografie. Die Fotoleidenschaft begann im Alter von 10 Jahren mit einer Canon FTP, die mich über 20 Jahre und einige 10.000 Fotos ohne Probleme begleitet hat. Seit dem Umstieg auf die Digitalfotografie bin ich nun ins Nikonlager gewechselt und habe diese Entscheidung nie bereut.

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